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Das Abitur-Punktesystem einfach erklärt

Im deutschen Abitur sammelst du maximal 900 Punkte: bis zu 600 in Block I (deine Halbjahresleistungen aus der Qualifikationsphase) und bis zu 300 in Block II (die Abiturprüfungen). Zum Bestehen brauchst du mindestens 300 Punkte – davon 200 in Block I und 100 in Block II. Die Traumnote 1,0 gibt es ab 823 Punkten. Auf dieser Seite findest du die komplette amtliche Umrechnungstabelle, die Formel dahinter und alle Bestehensregeln.

900Punkte maximal 300zum Bestehen 823für die 1,0 2:1Block I zu Block II

Die Basis: das 15-Punkte-System

In der Oberstufe werden Noten als Punkte von 0 bis 15 vergeben. Drei Punktwerte entsprechen jeweils einer klassischen Note mit Tendenz – 15 Punkte sind eine 1+, 5 Punkte eine glatte 4. Wichtig für später: Unter 5 Punkten beginnt das Defizit, und 0 Punkte gelten als nicht belegt.

PunkteNote
151+
141
131−
122+
112
102−
93+
83
PunkteNote
73−
64+
54
44−
35+
25
15−
06

Eine amtliche Dezimalnote (z. B. „1,7“) gibt es übrigens nur für die Gesamtqualifikation am Ende – nicht für einzelne Kurse oder Klausuren.

Block I und Block II: So setzt sich dein Abitur zusammen

Block I – deine Halbjahresleistungen

Die eingebrachten Kursergebnisse der Qualifikationsphase, hochgerechnet auf maximal 600 Punkte.

Minimum: 200 Punkte
Einbringung: je nach Land 32–40 Halbjahresleistungen
Defizitgrenze: max. 20 % der Ergebnisse unter 5 Punkten, keins mit 0

Block II – deine Abiturprüfungen

Die 4 bis 5 Prüfungsfächer in vierfacher (bzw. fünffacher) Wertung, maximal 300 Punkte.

Minimum: 100 Punkte
Zusatzregel: in mehreren Prüfungsfächern sind Mindestpunkte vorgeschrieben (Details je Land)
Gewichtung schriftlich zu mündlich bei Zusatzprüfung: 2:1

Kein Blockausgleich: Beide Mindestgrenzen (200 + 100) müssen einzeln erreicht werden. Ein starker Block kann einen zu schwachen nicht retten.

Von Punkten zur Abschlussnote: die amtliche Tabelle

Die Umrechnung ist bundesweit einheitlich in der KMK-Vereinbarung festgelegt. Dahinter steht diese Formel (E = deine Gesamtpunktzahl):

N = 17/3 − E/180
abgeschnitten auf eine Dezimalstelle · Beispiel: 650 Punkte → 17/3 − 650/180 ≈ 2,05 → Note 2,0
PunkteNote
900 – 8231,0
822 – 8051,1
804 – 7871,2
786 – 7691,3
768 – 7511,4
750 – 7331,5
732 – 7151,6
714 – 6971,7
696 – 6791,8
678 – 6611,9
660 – 6432,0
642 – 6252,1
624 – 6072,2
606 – 5892,3
588 – 5712,4
570 – 5532,5
PunkteNote
552 – 5352,6
534 – 5172,7
516 – 4992,8
498 – 4812,9
480 – 4633,0
462 – 4453,1
444 – 4273,2
426 – 4093,3
408 – 3913,4
390 – 3733,5
372 – 3553,6
354 – 3373,7
336 – 3193,8
318 – 3013,9
3004,0

Quelle: KMK-Vereinbarung zur Gestaltung der gymnasialen Oberstufe, Anlage 4 (i. d. F. vom 16.03.2023). Unter 300 Punkten ist das Abitur nicht bestanden.

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Zulassung und Bestehen – zwei verschiedene Hürden

Zulassung: Bevor du überhaupt in die Prüfungen gehst, prüft die Schule Block I: mindestens 200 Punkte, Defizitgrenzen eingehalten, keine eingebrachte Leistung mit 0 Punkten. Wer das nicht schafft, wird nicht zur Abiturprüfung zugelassen und wiederholt in der Regel.

Bestehen: Nach den Prüfungen kommt Block II dazu: mindestens 100 Punkte aus den Prüfungsfächern plus die Mindestpunkt-Regeln einzelner Fächer. Erst wenn beides steht, ist das Abitur bestanden – mit der Note aus der Tabelle oben.

Die 100-Punkte-Regel in Block II

Die 100 Punkte in Block II sind nicht die einzige Prüfungshürde. Zusätzlich gilt: Bei fünf Prüfungsfächern (vierfache Wertung) musst du in mindestens drei Fächern – darunter einem auf erhöhtem Niveau – je mindestens 20 Punkte erreichen. Bei vier Prüfungsfächern (fünffache Wertung) sind es mindestens zwei Fächer mit je 25 Punkten. Das entspricht jeweils 5 Punkten in einfacher Wertung – also einer glatten 4.

Sonderfall Bayern: die zusätzlichen Hürden

Bayern hat im neuen G9 die strengsten Zusatzregeln. Für die Zulassung (§ 44 GSO): Deutsch, Mathe und das Leistungsfach müssen in der Qualifikationsphase zusammen mindestens 48 Punkte bringen, die fünf Abiturfächer zusammen mindestens 100; die 40 Halbjahresleistungen mindestens 200 (davon 32 mit je mindestens 5 Punkten), keine mit 0.

Für das Bestehen (§ 54 GSO): keine Prüfung unter 4 Punkten (vierfach: 16), Block II mindestens 100, in 3 von 5 Fächern – darunter Deutsch, Mathe oder Leistungsfach – je mindestens 20 Punkte, Deutsch + Mathe + (Fremdsprache oder Naturwissenschaft) zusammen mindestens 40, je Aufgabenfeld höchstens ein Ergebnis unter 16 Punkten. Details und alle Termine: Abitur Bayern 2027.

Mündliche Zusatzprüfung: die 2:1-Gewichtung

Trittst du in einem schriftlichen Fach zusätzlich mündlich an – freiwillig zur Verbesserung oder auf Verweis –, wird das Fach nach der Formel (2 × schriftlich + mündlich) / 3 gewertet. Die schriftliche Note wiegt also doppelt.

Gut zu wissen: Die früher in NRW verpflichtende „Abweichungsprüfung“ (bei großer Differenz zwischen Vornote und Prüfungsergebnis) wurde 2020 abgeschafft – mündliche Zusatzprüfungen sind dort heute freiwillig. In Bayern ist das Kolloquium ohnehin für alle Pflicht.

Ausblick: Ab dem Abitur 2030 wird vieles einheitlich

Mit der KMK-Reform vom März 2023 gilt für alle, die ab Sommer 2027 in die Einführungsphase starten (erstes Abitur 2030): bundesweit genau 36 einzubringende Halbjahresleistungen statt der heutigen Spanne von 32 bis 40 – dazu vereinheitlichte Regeln für Kursbelegung und Klausuren. Am 900-Punkte-Rahmen, den Bestehensgrenzen und der Umrechnungstabelle ändert sich nichts.

Häufige Fragen zum Abitur-Punktesystem

Wie viele Punkte brauche ich, um das Abitur zu bestehen?

Mindestens 300 von 900 Punkten – und zwar 200 in Block I (Halbjahresleistungen) und 100 in Block II (Prüfungen). Ein Ausgleich zwischen den Blöcken ist nicht möglich: Wer in einem Block unter der Mindestgrenze bleibt, besteht nicht, auch wenn die Gesamtsumme reicht.

Wie viele Punkte sind ein 1,0-Abitur?

Ein Abitur mit der Note 1,0 gibt es ab 823 von 900 Punkten – die vollen 900 sind dafür nicht nötig. Die amtliche Umrechnungstabelle fasst jeweils einen Punktebereich zu einer Zehntelnote zusammen.

Wie rechne ich Abiturpunkte in eine Note um?

Mit der KMK-Formel N = 17/3 − E/180, wobei E deine Gesamtpunktzahl ist; das Ergebnis wird auf eine Dezimalstelle abgeschnitten. Beispiel: 650 Punkte ergeben 17/3 − 650/180 ≈ 2,05 und damit die Note 2,0. Verbindlich ist die amtliche Tabelle, die für jede Zehntelnote den Punktebereich festlegt.

Was ist ein Defizit – und wie viele darf ich haben?

Ein Defizit ist eine eingebrachte Halbjahresleistung mit weniger als 5 Punkten. Die KMK erlaubt höchstens 20 Prozent der eingebrachten Ergebnisse als Defizite, und keine eingebrachte Leistung darf 0 Punkte haben. Die genauen Zahlen regelt jedes Land: In NRW sind es bei 35–37 Kursen maximal 7 (davon höchstens 3 im Leistungskurs), in Bayern maximal 8 von 40.

Wie viele Halbjahresleistungen muss ich einbringen?

Je nach Bundesland heute zwischen 32 und 40 – Bayern und Baden-Württemberg verlangen 40, NRW 35 bis 40, Hessen 32, Thüringen seit 2024 schon 36. Mit der KMK-Reform gilt ab dem Abiturjahrgang 2030 bundesweit einheitlich: genau 36 Halbjahresleistungen.

Ist das Punktesystem in allen Bundesländern gleich?

Der Rahmen ja: 900 Punkte maximal, 300 zum Bestehen, Block I zu Block II im Verhältnis 2:1 und dieselbe Umrechnungstabelle – das ist KMK-weit verbindlich. Unterschiedlich sind die Details: wie viele Halbjahre eingebracht werden, wie viele Defizite erlaubt sind und welche Zusatzhürden gelten (am strengsten in Bayern).

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Grundlage: KMK-Vereinbarung zur Gestaltung der gymnasialen Oberstufe (i. d. F. vom 16.03.2023, inkl. Anlage 4) sowie die Prüfungsordnungen der Länder (u. a. GSO Bayern, APO-GOSt NRW; Stand August 2026). Landesspezifische Abweichungen möglich – verbindlich sind die amtlichen Verordnungen. Alle Angaben ohne Gewähr.